Johann- Gottlieb- Fichte- Schule Mittweida

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Ein Artikel in der Zeitung und die Reaktionen in den sozialen Medien

Sehr geehrte Leser, da stand in einer Tageszeitung vor einigen Tagen ein Artikel mit der Überschrift „Wenn der Schüler "Sieg Heil" ruft“. Allen Schulen voran gab es an der „Fichte“ drei Vorkommnisse mit verfassungswidrigen Parolen. Der Artikel suggeriert einen Ort rechtsextremer Taten.

Nun, die Vorfälle fanden wirklich statt. Ein Schüler aus unserem Projekt zur Reintegration von Jugendlichen in den regulären Schulalltag hatte im letzten Jahr mehrfach die Gesetze übertreten und verfassungswidrige Parolen geäußert. Einer von 440 Schülern. Das sind 0,2%! In den sozialen Netzen stand zum Beispiel: „Die Schule geht den „Rechten“ Weg“.

Dabei integrieren wir seit 20 Jahren Schüler mit Migrationshintergrund und freuen uns über den ausgesprochen unproblematischen Alltag. Seit diesem Schuljahr wird diese Aufgabe übrigens zunehmend nicht mehr nur von uns, sondern von allen Oberschulen der Region übernommen.

Natürlich gibt es „nur an der Fichte-Schule“ Jugendliche, denen in ihrer Erziehung nicht genügend Respekt vor den Gesetzen unseres Landes beigebracht wurde.

Nun erdreistet sich doch ein Schulleiter und sein Kollegium, diese Personen in ihren Taten einschränken zu wollen. Wenn es zu Gesetzesverstößen kommt, werden tatsächlich Anzeigen erstattet! Jugendliche, die erst kurz bei uns sind und versuchen, das gesamtgesellschaftliche Problem des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in die Schule zu projizieren, werden mit allen Mittel aufgehalten, auch mit Hilfe der Polizei.

Ja, wir werden auch weiterhin alles unternehmen, um den Kindern und Jugendlichen an unserer Schule eine sichere Umgebung zu gewährleisten. Wie bisher. Müssen wir uns dafür rechtfertigen?

 

Matthias Möbius

Schulleiter

Lesen Sie bitte hier die offizielle Stellungnahme des Oberbürgermeisters der Stadt Mittweida:

Was Statistik über Extremismus nicht sagt!

Am 10.2.2017 veröffentlichte die Freie Presse den Artikel: „Wenn der Schüler "Sieg Heil" ruft. Die Polizei hat wegen rechtsextremistischer Taten an mehreren mittelsächsischen Schulen ermittelt. Vor allem Einrichtungen in Mittweida und Rechenberg-Bienenmühle waren betroffen“. Dieser und die zugrunde liegende Statistik über die Anzahl der rechtsextremistischen Vorfälle wirft nach unserer Ansicht ein falsches Bild auf die tatsächliche Situation in der Fichte-Oberschule Mittweida. Um problematische Jugendliche aufzufangen, hat diese Mittelschule seit 2015 ein Schulverweigererprojekt (Alternative Beschulung Mittweida - ABM) gemeinsam mit dem Verein zur Förderung der Beruflichen Bildung (VfB) und mit finanzieller Unterstützung der Stadt Mittweida gestartet. In diesem werden Schulpflichtige aus bisher 10 Orten zeitweise der Fichte-Oberschule Mittweida (Schulort VfB) zugeordnet, um ihnen die Teilnahme am Unterricht wieder zu ermöglichen und vor allem, damit sie positiven pädagogischen Einfluss erhalten.  Nur so ist es möglich, sich ihnen zu nähern und externe wie extremistische Einflüsse zu minimieren. Wir sind auf den Erfolg dieser für alle Organisatoren freiwilligen Maßnahme sehr stolz, da bereits 3 Schüler wieder in den normalen Unterricht in den Herkunftsschulen integriert werden konnten. Im Übrigen sollte man wissen, dass alle 3 zitierten Vorfälle von einer einzigen Person initiiert wurden!

 

Natürlich arbeiten die Pädagogen hier mit sehr problematischen Jugendlichen, natürlich versuchen diese auf die verschiedenste Art und Weise zu provozieren, so auch mit verfassungsfeindlichen Äußerungen. Es spricht aber für das konsequente Vorgehen der Verantwortlichen, dass  derartiges nicht toleriert und sofort zu Anzeige gebracht wird. Die Beschulung dieser Schüler findet nicht in den Räumen der Schule, sondern im Förderverein statt. Jetzt hat diese Statistik aber dazu geführt, dass die gesamte Fichte-Schule, auch das Haupthaus  mit seinen 420 Schülern in dem Artikel angeprangert und verurteilt wird. Das kann so nicht akzeptiert werden! Dem beispielhaftem Kampf um jeden Jugendlichen und damit gegen Extremismus wird durch eine solche Berichterstattung ohne Hinterfragen der statistischen Aussagen erheblich geschadet. Das kann doch nicht gewollt sein! Wir fragen uns: Sollen Schulen ihr freiwilliges Engagement in diesem Bereich einstellen, extremistische Tendenzen bzw. Äußerungen klein halten, nur um derartigen Berichten vorzubeugen, damit das Image ihrer Einrichtung erhalten bleibt?

Übrigens, es haben sich bereits Menschen uns gegenüber geäußert, die ihr vorgefasstes Bild über unseren Freistaat und über unser Mittweida durch diesen Artikel bestätigt sehen! Auf den für Mittelsachsen positiven Artikel in der Freien Presse vom 7.2.2017 unter dem Titel „Mittelsachsen - Kein Platz für Rechtsextreme“ haben diese uns gegenüber natürlich nicht reagiert. Darin wird leider sehr kurz darüber berichtet, dass es in Mittelsachsen keinen rechtsextremen Szenetreff von den bekannten 45 Treffs in Sachsen gibt!

 

Wir sind uns einig, dass wir mit unserem ABM-Projekt und dem konsequenten Vorgehen gegen  extremistisches Verhalten den richtigen Weg für unsere Jugendlichen gehen. Diese anspruchsvolle Arbeit sollte, wenn sie schon nicht registriert wird, dann aber nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

 

 Ralf Schreiber                                                                                            Matthias Möbius

 

Oberbürgermeister                                                                                                                     Schulleiter

 

 

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